Institut für Pathologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Immunhistochemische Färbung

Die Technik der Immunhistochemie beruht auf der Darstellung immunologischer Reaktionen zwischen Antigenen und spezifischen monoklonalen oder polyklonalen Antikörpern. Dies stellt den ersten Schritt jeder immunhistologischen Färbung dar. Der zweite Schritt besteht in der Veranschaulichung der entstandenen Antigen-Antikörper-Komplexe durch eine Farbreaktion. Dabei wird eine indirekte Methode bevorzugt, bei der zusätzliche immunologische und chemische Reaktionen zwischengeschaltet werden. Die Ankoppelung von Brückenmolekülen, die gegen den Primärantikörper gerichtet sind, ermöglicht es hierbei, dass eine erheblich größere Zahl an Markermolekülen im Bereich des Antigens gebunden werden kann und die Farbreaktion entsprechend stärker ausfällt. Die gebräuchlichsten Detektionssysteme sind die Peroxidase-anti-Peroxidase-Technik (PAP), die Alkalische-Phosphatase-anti-alkalische-Phosphatase-Technik (APAAP) und die Avidin-Biotin-Komplex-Technik (ABC).

Da eine Reihe von Antigenen durch die Formalinfixation verändert werden und somit nicht mehr erkannt werden, ist es häufig notwendig, durch Vorbehandlung der Schnitte mit Hitze oder Enzymen die Antigenstruktur wiederherzustellen.
Die Immunhistologie hat zu einer Zunahme der diagnostischen Präzision in der Pathologie geführt. Es ist jedoch eine Hilfsmethode, deren Interpretation entsprechende morphologische Erfahrung bedarf. Die Färbeergebnisse müssen im Kontext mit den übrigen morphologischen Befunden interpretiert werden. In der Regel ergibt sich aus den Befunden eine Differentialdiagnose von verschiedenen Möglichkeiten, die mit Blick auf die übrigen morphologischen Befunde und unter Berücksichtigung auch der klinischen Konstellation abgewogen werden müssen.

Wesentliche, derzeit in der diagnostischen Beurteilung gebräuchliche immunhistologische Marker und die nachgewiesenen Antigene bzw. Zellen sind in diesen Einsendescheinen (PDF 112 kB) beispielhaft aufgeführt. Dabei sind bei zahlreichen Antikörpern Kreuzreaktionen mit anderen Zelltypen bekannt, die bei der diagnostischen Zuordnung zu berücksichtigen sind.

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Letzte Änderung: 03.03.2015, 15:38 Uhr
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